Markus Stepanians: »Der Völkermordbegriff und seine Probleme«

Wir laden Sie herzlich ein dabei zu sein, am Sonntag, den 10. April 2016 um 12:00 Uhr

Die systematische Vernichtung der Armenier im 1. Weltkrieg war ein namenloses Menschheitsverbrechen, das im Internationalen Recht jener Zeit keine Erwähnung fand und daher ungestraft blieb. Während des 2. Weltkriegs schlägt der polnische Jurist Raphael Lemkin (*1900 – †1959) unter Verweis auf die Vernichtung der europäischen Juden den Neologismus ›Genozid‹ vor, der im Deutschen meist mit ›Völkermord‹ wiedergegeben wird. In der ›Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes‹ der Vereinten Nationen von 1948 wird dieses Menschheitsverbrechen erstmals rechtlich definiert und kriminalisiert. In der Folgezeit wird jedoch schnell klar, dass die Definition gravierende Mängel aufweist, die ihre Anwendung auf konkrete Fälle erschweren und den vernünftigen Sinn des Völkermordbegriffs selbst in Frage stellen. Der Vortrag will einige dieser Probleme erläutern
und diskutieren.

Markus Stepanians hat an der Universität Hamburg und an der Harvard University in Cambridge (MA/USA) Philosophie studiert. Von 2006 bis 2013 war er am Philosophischen Institut der RWTH Aachen tätig und lehrt seit 2013 als außerordentlicher Professor am Philosophischen Institut der Universität Bern.

Veranstaltungsort: LOGOI, Jakobstraße 25a, 52064 Aachen.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei!

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